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Eigentlich gehörte hier noch ein Wintergedicht hin,

doch ich merke gerade, es hat keinen Sinn.

Ahhhh, es wird Winter! Wir haben den 25. November und es schneit! Kann das angehen? Nein, eigentlich nicht. Gut, Schnee sieht Der Blick aus meinem Fenster bei Tagwunderschön aus und all das, aber ich wette, wenn dann Weihnachtsferien sind wird alles weg sein und zurückgeblieben nur diese eisige Kälte, bei der einem die Haare gefrieren. Uhh.

Trotzdem werden Jojo und ich nachher schwimmen fahren. Hoffentlich klappt das alles, wie wir uns das verstellen, wäre nämlich doof, wenn nicht. Meine Haare muss ich auf dem Rückweg in meine Mütze Stopfen, weil ich meinen Astrolehrer sonst mit Eiszapfen bewerfen kann, und das dürfte meiner Note nicht zuträglich sein. Die beste Möglichkeit, schwimmen zu fahren, haben wir jetzt gleich in unserer Freistunde, denn da ist es noch hell und das Schwimmbad nicht so voll.

Gestern kam meine Tutorin (nach Nachtruhe!) nochmal ins Zimmer und ließ uns Zettel ziehen. Auf den Zetteln standen Namen. Wovon rede ich wohl? Richtig, vom Die Wand des Grauens... je nachdem ebenInternatswichteln! Internatswichteln ist eine weitere Pfortetradition, und für Neuner besteht Pflicht. Und weil einfaches Namen-ziehen-und-dann-beschenken ein bisschen langweilig ist, ist das Geschenk in Pforte an einige Bedingungen gebunden. Man hat ja immer einen Wichtelpaten. (Derjenige, der deinen Namen gezogen hat.) Und dieser schreibt einem dann immer Briefe. Da der Wichtelpate vorerst anonym bleibt, werden die Briefe an der Wichtelwand ausgehängt. Und die Briefe haben es in sich. Man stellt seinem Wichtelkind nämlich Aufgaben, die es zu bewältigen hat, bevor es an sein Geschenk kommt. Das reicht von harmlosen Sachen (male dir ein rotes Herz auf die Hand und erkläre allen Lehrern, du wolltest es dir also Tattoo stechen lassen) zu richtig fiesen Dingen (mache [Name einfügen] im Speisesaal beim Mittagessen einen Antrag, so dass es jeder mitbekommt). Montag geht’s los. Wir dürfen gespannt sein.

Keine Angst, dass hier wird jetzt nicht alles in Latein geschrieben. Lustigerweise haben wir heute aber “Ecce”-Feier. Obwohl, lustig ist da nicht so ganz das richtige Wort. Die Ecce-Feier findet seit einigen Jahren immer im November in der Kirche statt. Dabei werden viele,viele Kerzen angezündet, um allen verstorbenen (ehemaligen) Schülern zu gedenken. Von einigen sehr wichtigen wird der Lebenslauf verlesen und anscheinend wird Chor auch ein paar Lieder singen. Heute wird außerdem noch eine Gedenktafel für Richard Lepsius an der Schulwand angebracht. (Ebenfalls ein Ehemaliger – Man, nur Berühmte Leute hier an der Schule!) Mein Klassenlehrer hatte uns gleich am ersten Tag gesagt, dass es unser längerfristiges Ziel sein sollte, unseren Namen dort auf einer Gedenktafel zu sehn. Na, dann… Setz’ ich mich mal gleich an einen Roman, mit dem ich den Literaturnobelpreis gewinnen kann…

Obgleich hier niemals nichts los ist, normalisiert es sich langsam. Der Tageslauf ist einprogrammiert und man findet nicht mehr so viele neue Ecken, weil man das meiste schon kennt. Und das ist auch gut so, denn jetzt wird es richtig stressig, ich hab heute die letzte von drei Klassenarbeiten diese Woche geschrieben, und sie ist dementsprechend mistig gelaufen. Und die nächsten Wochen ist keine Ende in Sicht… Ich freu’ mich auf Weihnachten. Weihnachten, und meine drei Wochen Weihnachtsferien… ;p

Gänsekollaps

Oh man, ich muss mir mal irgendeinen Tag rauspicken, an dem ich immer schreibe, sonst schreib ich das nächste Mal nächste Jahr oder so. Hmpfl.

Aber zum Thema. Wenn man es genau nimmt, ist es DAS Ereignis im November, das einem den Herbst verkürzen und die Winterdepression abschwächen soll: Das Martini-Gänseessen. Natürlich durfte man nicht zu viel erwarten, immerhin war die Qualität unserer Küche weithin bekannt(*huuust*), aber wir freuten uns trotzdem. Wir Mädels, weil wir einen Anlass hatten uns mal wieder richtig in Schale zu werfen, und die Jungs… tja.. Naja, das sind ja eh nicht so viele, aber sie freuten sich trotzdem. Ungefähr eine Woche vorher bekamen wir von unserem Klassenlehrer mitgeteilt, dass immer die 9er für die Vorbereitung das Essens verantwortlich sind: Die Nies fürs Einräumen, die Sies fürs Dekorieren und die Mies (wegen der Chorkleidung) fürs Kellnern. Oh, wie gerne hätte ich gekellnert! Aber Dekorieren iust immer noch besser als Einräumen, dachte ich mir.

Und plötzlich war es Donnerstag. Alles war super geplant, alle waren irgendwo eingeteilt (Efeu schneiden, Servietten falten, Tischdecken holen etc.) und kam uns diese dämliche Schülervollversammlung wegen einer Flugblattaktion gegen unseren Schuleiter am Mittwoch in der Mittagspause dazwischen. Somit konnten die Leute, die Efeu schneiden sollten, dies nicht tun, die Nies hatten die Tische nicht hingestellt und ich schob natürlich erstmal wieder Panik. Nachdem ich also mit meinem Ethiklehrer geklärt hatte, dass er die Stunden auf nächste Woche verschob, beeilte ich mich, um den anderen beim Servietten falten zu helfen. Doch dann fehlten die Tischdecken, weil unsere Jungs sie zwar geholt, dann aber in einem Zimmer eingeschlossen und in den Wald gegangen waren. Super. Aber irgendwie haben wir es dann doch noch geschafft, ungefähr 16:00 Uhr fertig zu werden. 17:00 Uhr sollte es losgehen. Wir hatten also noch eine Stunde Zeit, uns zu schminken und anderweitig zurecht zu machen. Ich weiß selber nicht mehr, wie Jojo das mit meinen Haaren gemacht hat, aber sie sahen toll aus. In meinem trägerlosen Kleid fror ich zwar ziemlich, als ich Kreuzgang mit den anderen auf den Einlass wartete, doch es hatte sich gelohnt. Das Refektorium sah toll aus, die “künstlerische Untermalung” (besonders unser Männerchor!) war toll und das Essen hat echt gut geschmeckt. Und irgendwie war ich im Endeffekt doch ganz froh, nicht gekellnert haben zu müssen. Die Mies waren nämlich nur am rumrennen, servieren und mussten sich ständig zwischen den eng aneinander stehenden Sitzen hindurch drängen. Ein gelungener Abend. Ich freu mich auf nächstes Jahr. (Wer weiß – vielleicht findet es dann an meinem Geburtstag statt?)

Muss man jetzt Angst bekommen? Als wir heute Morgen erwachten, tauchten doch tatsächlich die langersehten Schwoof-Drohungen an unseren Türen auf. Einige waren richtig kreativ, andere mehr so mittelmäßig. Ich fand meinen nicht so toll, weil ich der Meinung war, dass er nicht zu mir passte, aber andere sagten, er würde passen. Hmm. Er lautet: “Es liegt in der Natur des Menschen, SCHEITERN…” Ich weiß nicht, ob mir das Angst macht oder nicht. Ich denke nur, dass ich nicht geschwooft werde, weil andere Sprüche viel persönlicher waren als meiner. Deshalb hab ich eine persönlich Top 5 aufgestellt:

  • 5: Kleine Mädchen und Brillenträger schlägt man nicht? Denkste! Man sieht sich beim Schwoof, kleine Schnattertasche!
  • 4: Rote Lippen soll man küssen, denn sie sind zum küssen da!? Nein, Danke!
  • 3: Auch dein kleiner Macho kann dir beim schwoof nicht mehr helfen…
  • 2: Noch hast du deine Happy Days in Deutschland, bald werden sie wieder in Irland sein…
  • 1: Spaghetti sind auch blond, und selbst die sind intelligenter als du!

Nummer 1 ist echt das Mieseste. Um die meisten Sprüche zu verstehen, muss man die dazugehörigen Leute kennen, aber wenn man sie einmal kennt, dann tun sich da oft tiiiiefe Abgründe auf.

Kein Ferienlager

So langsam lebt man sich ja dann doch ein. Man gewöhnt sich an die “neuen” Gesichter, ans aufstehen, ans Silentium, und an den Stress. Das Ferienlagergefühl ist verflogen. Das soll jetzt nicht depressiv klingen, dass ist einfach die Wahrheit. Spätestens bei den Worten “Und morgen schreiben wir dann den ersten Test…” beginnen einem die Ohren zu schlackern. Um den Mathetest konnte ich mich drücken, indem ich an der “50. Mathematik-Olympiade” teilnahm. Immer wieder gerne. Da es für alle N’ies Pflicht war, teilzunehmen, sind meine Chancen, dass ich weiter bin, allerdings verschwindend gering. Aber muss ja nicht sein, bin ja S’ie. In der Kirche finden gerade die Dreharbeiten zu “Lasko – Die Faust Gottes” statt. Schon lustig, wenn einem Kamerateams auf dem Gang begegnen, oder einfach nur Touris anquatschen, die etwas über die Schule wissen wollen. Ich meine, deine Schule wird von Touris besucht – Wie geil ist das denn? Aber war ich ja auch mal. Am Donnerstag in der 9. Stunde hatten wir unseren ersten Probealarm. Fünf Minuten vor Stundenende geht die Klingel los und mein Klassenlehrer sagt nur so: “Oh. Es klinglt. Ich glaube, wir müssen jetzt raus.” Dann mussten wir uns Flurweise aufstellen, die Flursprecher hakten uns ab, und schlussendlich hielt unser Sicherheitsbeauftragter noch eine Mini-Ansprache. Dann durften alle gehen – bis auf die 9ner. Der einzige Tag der Woche an dem es leckeren Kuchen gab, und wir mussten die Vesperpause damit verbringen, uns anzugucken, wie uns ein Feuerwehrmann in schlechten Deutsch erklärt, wie ein Feuerlöscher funktioniert. *arrgh* Am Dienstagabend bin ich zur Bauchtanz-AG gestoßen und habe mich spontan entschlossen, mitzumachen. Ich merke gerade, dass es keine erkennbare Struktur in diesem Blogeintrag gibt. Aber das ist egal. Machen wir mit Montag weiter. Über Montag gibt es gar nichts zu erzählen… Freitag bin ich das erste Mal mit dem Zug nach Hause gefahren. Und wie ich in Jena so den Bahnhof verlasse stellt sich auf einmal ein seltsames Gefühl von Freiheit ein. Nicht, dass ich mich in Pforte eingesperrt fühle, aber es war das erste Mal in der Woche, dass ich alleine war, dass ich tun und lassen konnte, was ich wollte. Es war komisch.

Back at home

Uff. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so sehr auf zuhause freuen würde. Aber jetzt, wo ich wieder da bin, ist es doch gleich viel schöner. Die erste Schulwoche war anstrengend wie immer, und zusätzlich war alles so neu: Die Schule, Die Lehrer, Die Räume, Die Leute, Das Essen… Den ersten großen Schreck haben mir die Klassenarbeiten eingejagt. In Thüringen ist es üblich, das eine Klassenarbeit in der Unterstufe genauso viel ‘Gewicht’ hat wie jede andere Note auch. In Sachsen-Anhalt macht eine Klassenarbeit 25% der Gesamtnote aus, in Mathe sogar noch mehr. Meine Augen dürften sich um ein paar Millimeter geweitet haben.

Heute bin ich jedenfalls wieder gekommen, öffnete mein E-Mail-Postfach und das erste was ich lese ist: “Sie haben gewonnen”. Ja, ich weiß, jeder kriegt Spammails, in denen das drin steht, aber diese Mail war echt. Ich habe VIP-Tickets für die gamescom nächste Woche gewonnen. Ich freue mich auch darüber. Aber ich kann sie leider nicht annehmen, weil ich absolut keine Zeit dazu habe. Theoretisch könnte ich mich ja Samstag um 05:00 Uhr in den Zug setzen, nach Köln fahren, dort den ganzen Tag bleiben und abends wieder zurück. Aber dann hätte ich die Tickets auch nicht gewinnen brauchen, weil die Fahrkarten so ca. 50,00 € kosten. *seufz* Also falls irgendwer Interesse hat… Vielleicht lässt sich da ja was machen. Schönes Wochenende euch!

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